Drei Jahre Wohnzimmer, zwei Minuten Fernsehen.

Seit dem RTL-Beitrag fragen mich Kundinnen, ob mein Job seriös ist. Dann kam die Mitteilung von HYLA, und ich habe sie gelesen wie jemand, der die Arbeit dahinter jeden Tag macht. Was stimmt, was fehlt, und was in keiner Pressemitteilung steht.

Porträt der Autorin Marina Kessler

Marina Kessler

Selbstständige Vertriebspartnerin · 20. August 2026 · 8 Min. Lesezeit

Selbstständige Vertriebspartnerin mit ihrem Hund neben einem HYLA Wasserfiltersauger im Wohnzimmer

0 €

Start ohne Wareneinsatz

Gerät auf Kommission

1x

Pflichtschulung Zentrale

Produkt & Verkauf

2019

Im Vertrieb seit

erst neben-, dann hauptberuflich

Was in der Pressemitteilung steht, und was ich dazu sage

Vorweg: Ich schreibe hier nicht für HYLA, sondern über HYLA. Ich habe die Pressemitteilung von HYLA Deutschland auf presseportal.de gelesen, weil ich nach dem RTL-Beitrag innerhalb von zwei Tagen sechs Nachrichten bekommen habe: von einer Kundin, von zwei Interessentinnen, von meiner Schwester. Alle mit derselben Frage: „Marina, ist das seriös, was du da machst?"

Die Mitteilung antwortet auf die Vorwürfe aus dem Fernsehbeitrag: kein Mindestabnahmezwang, keine Vorabinvestition, Vergütung rein über Provision, und der Satz, an dem für mich alles hängt: Ohne eigene Überzeugung funktioniert Direktvertrieb nicht. Ich gleiche das im Folgenden mit meiner Praxis ab. Ich habe mir mein Gerät 2019 selbst gekauft, bevor ich überhaupt daran dachte, es zu verkaufen.

„Überzeugen Sie sich zuerst von dem Produkt, denn mit dieser Begeisterung und Expertise können Sie den Hyla am besten anderen Interessenten zeigen."
Jan Pfeiffer, Geschäftsführer HYLA Germany GmbH

Klingt nach PR-Satz. Ist aus meiner Sicht aber schlicht Betriebswirtschaft: Ich kann ein Gerät, das ich nicht selbst benutze, nicht 90 Minuten lang in einem fremden Wohnzimmer erklären. Kundinnen merken das in den ersten fünf Minuten.

Was der Wasserfiltersauger technisch anders macht

Der häufigste Einwand am Küchentisch lautet: „Ich habe doch schon einen Staubsauger." Stimmt. Nur arbeitet ein klassischer Sauger mit Beutel oder Zyklon und trennt Luft und Schmutz über Filtermedien, die sich zusetzen. Sinkt der Durchsatz, sinkt die Reinigungsleistung, und ein Teil des Feinstaubs geht durch die Abluft wieder in den Raum.

Beim Wasserfilterprinzip wird die angesaugte Luft durch ein Wasserbad geführt. Staub, Pollen, Tierhaare und Milbenkot binden sich an die Wasseroberfläche und bleiben im Behälter. Was rauskommt, ist Luft, die durch Wasser gegangen ist. Die Reinigungsleistung bleibt dabei konstant, weil kein Beutel voller wird.

Der Weg der Luft in vier Stufen

Fahren Sie über die Stufen, um zu sehen, was im Gerät passiert.

Im Separator rotiert die Luft mit hoher Drehzahl durch das Wasserbad. Feststoffe werden nach außen geschleudert.

Drei Trennverfahren im direkten Vergleich

Leistung nach 10 Einsätzen95%
Feinstaub im Abluftstrom12%
Folgekosten pro Jahr10%

Das Trennmedium wird nach jedem Einsatz ausgeschüttet, es kann sich nicht zusetzen. Eigene Praxiseinschätzung, keine Laborwerte.

Filterbehälter eines HYLA Wasserfiltersaugers mit grauem Schmutzwasser nach der Vorführung
Der ehrlichste Verkäufer ist der Wasserbehälter nach dem ersten Durchgang. Den zeige ich in jeder Vorführung.

Warum die Vorführung zu Hause der Kern ist

Ich verkaufe kein Datenblatt. Ich sauge das Sofa der Kundin ab, stelle den Behälter auf den Tisch und sage nichts. In neun von zehn Fällen redet danach die Kundin. Kein Onlineshop und kein Elektromarkt kann das leisten, und genau deshalb gibt es dieses Gerät im Direktvertrieb und nicht im Regal.

  • Luftauslass statt Staubwolke: relevant für Allergiker im Haushalt
  • Keine Folgekosten für Staubbeutel über die Lebensdauer
  • Zusatzfunktionen wie Luftreinigung und Nassaufnahme in einem Gerät
  • Reparatur und Service laufen über die Person, die verkauft hat, also über mich

90 Minuten, ehrlich getaktet

So sieht ein Termin bei mir aus: kein Bühnenprogramm, sondern ein Ablauf, den ich jeder Kundin vorher am Telefon durchgebe.

0 bis 10 Min.

Ankommen, Kaffee, Fragen. Kein Gerät im Raum.

10 bis 30 Min.

Technik erklären: Warum Wasser als Filtermedium funktioniert.

30 bis 60 Min.

Matratze, Sofa, Teppich. Der Behälter bleibt sichtbar auf dem Tisch.

60 bis 75 Min.

Preis, Finanzierung, Widerrufsrecht. Schriftlich, ohne Zeitdruck.

75 bis 90 Min.

Entscheidung oder Bedenkzeit. Beides ist ein normaler Terminausgang.

Und der Punkt, um den es wirklich geht: das Vertriebssystem

Die Kritik am mehrstufigen Vertrieb kenne ich, und ich halte sie nicht für grundsätzlich unfair. Wo Menschen mit Provisionen arbeiten, gibt es auch Menschen, die Druck machen. Das gibt es im Versicherungsvertrieb, im Autohandel und in der Immobilienbranche genauso. Die Frage ist, wie das System aufgebaut ist.

Bei meinem Einstieg habe ich kein Startpaket bezahlt, keine Gebühr, kein Warenlager. Das Gerät für den eigenen Haushalt habe ich gekauft, weil ich es wollte. Vorführgeräte bekomme ich in Kommission, ich finanziere also keine Ware vor. Die einzige Bedingung war die Schulung in der Zentrale in Altdorf, zwei Tage Produkt, Technik, rechtliche Grundlagen und Verkaufspraxis.

Was ich Interessentinnen ehrlich sage

Wer keine Termine macht, verdient nichts. Das ist der unbequeme Teil der Selbstständigkeit, und er hat nichts mit HYLA zu tun. Ich sage jeder, die einsteigen will: Rechne mit sechs Monaten nebenberuflich, bevor du über einen Wechsel nachdenkst. Wer verspricht, dass es schneller geht, verkauft dir einen Traum, kein Gewerbe.

Der Aufbau eines eigenen Teams ist der zweite Hebel. Ich bekomme eine Überprovision auf die Umsätze der Kolleginnen, die ich eingearbeitet habe, und ich bezahle davon unsere Schulungen und Coachings. Das ist kein Selbstläufer: Wenn ich schlecht einarbeite, verkauft mein Team nichts, und dann verdiene ich auch nichts. Das System belohnt Einarbeitung, nicht Anwerbung.

Was oft behauptet wird

  • „Man muss Ware auf eigene Kosten einkaufen."
  • „Verdient wird nur durch Anwerben."
  • „Das Gerät ist ein überteuerter Staubsauger."

Wie es bei mir läuft

  • Vorführgeräte auf Kommission, keine Vorfinanzierung.
  • Überprovision nur, wenn mein Team tatsächlich verkauft.
  • Preis inklusive Vorführung, Einweisung, Service vor Ort.

Vier Fragen, die mir nach dem Beitrag am häufigsten gestellt wurden

Ist der Preis nicht deutlich höher als im Elektromarkt?+

Ja, und im Preis stecken Vorführung, Einweisung im Haushalt, Service vor Ort und ein Gerät, das auf 15+ Jahre Nutzung ausgelegt ist. Wer nur auf den Kaufpreis schaut, vergleicht zwei verschiedene Dinge.

Muss ich als Partnerin Geräte auf eigene Rechnung kaufen?+

Nein. Vorführgeräte laufen bei mir in Kommission. Mein eigenes Gerät habe ich gekauft, weil ich es wollte, nicht weil ich musste.

Verdient man wirklich nur durchs Anwerben?+

Der größte Teil meines Einkommens kommt aus verkauften Geräten. Überprovision gibt es nur, wenn Kolleginnen, die ich eingearbeitet habe, tatsächlich Umsatz machen.

Was passiert nach dem Kauf, wenn etwas defekt ist?+

Der Service läuft über die Person, die verkauft hat. Bei meinen Kundinnen also über mich. Das ist der Teil des Jobs, den in Fernsehbeiträgen niemand zeigt.

Mein Fazit nach drei Jahren

Ich verteidige nicht jede Vorführung, die je gemacht wurde, und ich kenne auch Kolleginnen, die den Job wieder aufgegeben haben. Aber ich lasse mir nicht erzählen, dass meine Arbeit unseriös ist, weil sie an einem Küchentisch stattfindet und nicht in einem Ladengeschäft.

Wer wissen will, ob das Gerät hält, was ich sage, soll mich einladen und den Wasserbehälter danach selbst anschauen. Wer wissen will, ob das Geschäftsmodell trägt, soll mich fragen, wie viele Termine ich letzte Woche hatte. Beide Fragen beantworte ich lieber, als über eine Fernsehsendung zu diskutieren.

Fragen zum Gerät oder zum Einstieg? Stellen Sie sie mir direkt.

Ich beantworte lieber eine unbequeme Frage, als eine Behauptung unwidersprochen stehen zu lassen.

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